Verhütung der Neubildung und des Steinwachstums

Nach der Entfernung eines Kalziumphoshatsteines oder vorhandenen Reststein ist zu empfehlen, die verordnete Behandlung konsequent einzuhalten. Nur so ist zu verhindern, dass sich sehr schnell neue Steine bilden oder die vorhandenen Steine in kurzer Zeit größer werden.

Harnverdünnung

Teststreifen
Säurewert des Harns Testen

Wie bei jedem Steinleiden ist ein gleichmäßiger Harnfluß über den gesamten Tag anzustreben. Dabei sollten 2 – 2,5 Liter Harn pro Tag gebildet werden. Die ausreichende Harnverdünnung kann mit einem Urometer oder mit einem Teststreifen kontrolliert werden. Bei Kalziumphoshatsteinen muss sehr auf die Auswahl der Getränke geachtet werden, da eine Anhebung des Säurewertes im Harn vermieden werden muss. Es ist wichtig, verschiedene Getränke aufzunehmen und genau zu kontrollieren, dass der Säurewert des Harns nicht über 6,2 ansteigt!

Geeignete Getränke

Für Patienten, die an Kalziumphoshatsteinen leiden, sind folgende Getränke sehr geeignet:

  • Quell- und Leitungswasser
  • Früchte- und Kräutertees
  • Harntees (es gibt eine Reihe von handelsüblichen Arzneitees die uneingeschränkt geeignet sind: z.B. Nierontee N, Solubitrat 200)
  • säuernde Getränke z.B. schwarzer Johannisbeersaft und Preiselbeersaft
  • Mineralwasser (in Flaschen) ist darauf zu achten, dass sie wenig Bikarbonat ( HCO3)- Gehalt enthalten. Der Kalziumgehalt(Ca++) sollte bei 100mg/l auf keinen Fall höher als 250mg/l liegen. Günstig ist ein hoher Sulfatgehalt, der öfter in österreichischen und schweizerischen Mineralwässern zu finden ist. In Deutschland sind folgende Wässer geeignet:
  • Rheinsfels Quelle bzw. –Urquelle; Exaler Mineralquell

Nur in geringen Mengen geeignete Getränke

Getränke, von denen jeweils 1 – 2 Tassen bzw. 1 – 2 kleine Gläser pro Tag aufgenommen werden dürfen, sind:

saft
Säfte von Orangen
  • Milch
  • Bohnenkaffee
  • alkoholfreies Bier
  • Säfte von Zitrusfrüchten

Ungeeignete Getränke

Zur Harnverdünnung ungeeignete sind:

  • Bier, Wein, Schnaps ( nur als Genussmittel aufnehmen)
  • konzentrierter Fruchtsaft
  • stark gesüßte Limonade
  • Cola-Getränke
  • Denken Sie daran, regelmäßig zu trinken.
  • Trinken Sie soviel pro Tag, das 2 – 2,5 Liter Harn ausgeschieden werden.
  • Kontrollieren Sie den Säurewert des Harns. Er sollte nicht über 6,2 ansteigen.

Ernährung

Bei Kalziumphoshatsteinen wird eine gemischte vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung empfohlen. Eine überwiegend vegetarische Kost sollte dagegen vermieden werden, da hierdurch der Säurewert des Harns auf über 6,2 ansteigt. Aus gleichem Grund sollten auch keine größeren Mengen Zitrusfrüchten und Zirtussäften aufgenommen werden. Denn sowohl wir diese Nahrungsmittel als sehr sauer im Geschmack empfinden, führen sie im Harn zu einer Anhebung (Alkalisierung) des Säurewertes.

Durch Milch und Milchprodukte dürfen bis zu 300 mg Kalzium pro Tag aufgenommen werden. Die eiweißzufuhr durch pflanzliche und tierische Produkte sollte 0,8g pro Körpergewicht (also 50 – 60 g) pro Tag nicht überschreiten. Der Hauptlieferant von Eiweiß sind Fleisch-, Fisch- und Wurstwaren, pro Tag können davon etwa:

  • 150g Fleisch
  • oder
  • 100 g Fleisch + 3 – 4 Scheiben Wurst
  • oder
  • 100 – 150 g Fisch gegessen werden.

Der Verzehr von Zucker und anderen reinen Kohlenhydraten (z.B. stark ausgemahlenem Weizenmehl) ist ungünstig. Ebenso sollte der Kochsalzverzehr eingeschränkt werden.

  • Eine strenge Diät ist bei Kalziumphoshatsteinen nicht erforderlich. Bevorzugen Sie eine leichte, abwechslungsreiche Mischkost!
  • Der Verzehr kalziumhaltiger Nahrungsmittel sollte eingeschränkt werden.
  • Eine überwiegende vegetarische Kost ist ungünstig!

Medikamente

Medikamente dürfen Sie nur nach Anordnung und bei Überwachung durch Ihren Arzt einnehmen! Beachten Sie stets die Angaben auf dem Beipackzettel des Medikamentes.

Pflanzliche Präparate zur Harnverdünnung

Harntee: seine Wirkung beruht vorwiegend auf den harntreibenden und im Bereich der Nieren durchblutungsfördernden sowie leicht entzündungshemmenden Eigenschaften. Zu erwähnen sind:

  • Nierontee N,
  • Solubiteat 200
  • Harntee 400 u.a

Pflanzliche Präparate zur Vorbeugung einer Neubildung

  • Urol S
  • Nieron N
  • Nephrolith u.a

Diese Medikamente haben bei entsprechender Dosierung keine Nebenwirkungen.

Präparate zur Senkung der Kalziumausscheidung im Harn:

Thiazide z.B.:

  • Esidrex
  • Di-Chloride
  • Moduretik

Mögliche Nebenwirkungen:

  • erhöhter Kalziumverlust (nicht bei Moduretik)
  • leichte Blutdrucksenkung
  • verminderte Harnsäureausscheidung (Vorsicht bei Gicht!)
  • verminderte Zuckerausscheidung (Vorsicht bei Zuckerkrankheit!)

Präparate zur Senkung der Phosphatausscheidung im Harn

Aluminium-Präparate z.B.:

  • Aludrox
  • Phosphalyt
  • Alilac

Diese Medikamente dürfen nicht gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen werden!


Präparate zur Senkung des Säurewertes (Ansäuerung)

  • Acimethin
  • Extin
  • Mixtura solvens etc.

Mögliche Nebenwirkungen:

Magen – Darmunverträglichkeit (Vorsicht bei Magengeschwüren!)


Präparate zum Ausgleich der Säuerung durch mangelhafte Funktion der Nieren

(sogenannte renale – tubukäre Azidose – RTA)

Zitratgemische z.B.

  • Uralyt U

Mögliche Nebenwirkungen:

Magen – Darmunverträglichkeit

Etacrynsäure z.B.

  • Edecrin
  • Hydromedin usw.

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Blutdrucksenkung
  • Störung des Salz- und Wasserhaushaltes (Verminderung von Natrium und Kalium im Blut)
  • Vorsicht bei Gicht und Zuckerkrankheit!

Behandlung von Entzündungen

Werden Bakterien im Harn nachgewiesen, so muß eine spezielle Bestimmung der Bakterienart und Ihre Empfindlichkeit auf einzelne Antibiotika geprüft werden.

Nehmen Sie die verordneten Medikamente regelmäßig ein.Treten Unverträglichkeiten aufgrund der Medikamenteneinnahme auf, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt.