Allgemeine Maßnahmen zur Verhütung von Neubildungen

Wenn noch kein Stein aus dem Körper entfernt wurde und somit die Zusammensetzung des Steines nicht bekannt ist, aber auch keine Hinweise auf Stoffwechselveränderungen gegeben sind, gibt es dennoch eine Reihe von Möglichkeiten, dem Steinleiden entgegenzuwirken bzw. Neubildungen zu verhindern.
Sie können ihre Trinkgewohnheiten so einrichten, dass durch starke Verdünnung des Harns eine Kristallisation von Salzen verhindert wird. Außerdem kann durch eine Veränderung der Ernährung die Ausscheidung steinbildender Salzen vermindert werden. Bewegung und eine gesunde Lebensweise sind weitere wichtige Faktoren, auch eine medikamentöse Behandlung zur Steintherapie und –vorsorge ist möglich.

Trinkgewohnheiten

Flüssigkeitsmengen und ihre Verteilung

Wasser
Sie müssen über den Tag verteilt gleichmäßig trinken und so viel Flüssigkeit aufnehmen, dass 2 – 2,5 l Harn ausgeschieden werden.

Es ist notwendig, am Tag so viel zu trinken, dass in 24 Stunden 2 – 2,5 Liter Harn gebildet werden. Bei kühler Witterung und geringer körperlicher Anstrengung sind dafür 2 – 2,5 Liter Getränke erforderlich. An heißen Tagen (besonders in südlichen Ländern) oder bei starker Schweißbildung durch körperliche Anstrengung muss entsprechend mehr Flüssigkeit getrunken werden.
Besonders wichtig ist es, die Getränke gleichmäßig über den Tag verteilt zu sich zu nehmen, damit ein ununterbrochener Harnfluss erhalten bleibt. Der Harnsteinpatient darf also nicht nur trinken, wenn er Durst verspürt, sondern muss regelmäßig Flüssigkeiten zur Verfügung haben und zu sich nehmen. Das gilt auch vor dem Schlafen und bei häufiger Steinbildung sogar nach dem Harnlassen in der Nacht!

Harnkontrolle

Eine Kontrollmöglichkeit für eine ausreichende Harnverdünnung besteht in der Messung der Dichte des Harns. Dafür kann ein Urometer verwendet werden, das in den Harn eingetauch wird. Der abgelesene Wert sollte immer kleiner als 1,015 g/cm3 sein.
Die Messung der Dichte kann auch mit einem Teststreifen durchgeführt werden. Der Teststreifen wird in den Harn eingetaucht, kann aber auch direkt in den Harnstrahl gehalten werden. Nahc 45 bis 60 Sekunden wird durch Vergleich mit einer Farbskala die Harnverdünnung abgelesen.

Getränke

Die im folgenden angeführten Getränke kann der Harnsteinpatient ohne jede Einschränkung zu sich nehmen:

Unbeschränkt geeignete Getränke

  • Quell- und Leitungswasser (in allen Teilen Deutschland, Österreichs und der Schweiz für Steinpatienten geeignet; aus hygienischen Gründen kann es unter besonderen Umständen sinnvoll sein, das Wasser abzukochen.)
  • Früchte- und Kräutertees (z.B. Hagebutte, Pfefferminz, Kamille)
  • Harntees (handelsübliche Arzneitees)
  • Säfte, bevorzugt mit Wasser verdünnte Fruchsäfte (da sie weniger Zucker enthalten)
  • Mineralwässer: Der Gehalt an Kalzium (Ca) sollte nach Möglichkeit unter 100 mg /l liegen, auf keinen Fall jedoch 250 mg/l übersteigen. Natrium (Na) sollte nicht über 500 mg/l enthalten sein. Auf den Flaschenetiketten der Mineralwässer sind meist die genauen Inhaltsangaben verzeichnet. Im Anhang (S. 107) befinden sich Tabellen über die Zusammensetzung verschiedener Mineralwässer.

Tabelle: Trinkschema für einen Tag bei unbekannter Steinart

Zeit

Trinkmenge

Getränk

6-9 Uhr

600 ml

2 Gläser Mineralwasser, Leitungswasser oder 2 Gläser Saft
+
2 Tassen Tee oder Kaffee

10-11 Uhr

300 ml

2 Tassen Harntee oder Kräutertee oder 2 Gläser Mineral- oder Leitunswasser oder 2 Gläser verdünnten Saft

12-14 Uhr

600 ml

2 Gläser Mineral- oder Leitunswasser oder 2 Gläser verdünnten Saft
+
2 Tassen Harntee oder Kräutertee oder Kaffe

15-22 Uhr

750 ml

3 Gläser Mineral- oder Leitunswasser oder verdünnten Saft
+
2 Tassen Harntee oder Kräutertee

Nur in geringen Mengen geeignete Getränke

Getränke, von denen täglich lediglicht 2-3 Tassen bzw. 1-2 kleine Gläser konsumiert werden sollten, sind:

  • Bohnenkaffee
  • Schwarzer Tee
  • Milch
  • Unverdünnte Fruchtsäfte
  • Alkoholfreies Bier

Ungeeignete Getränke

Ungeeignet im Hinblick auf eine ausreichende Harnverdünnung sind folgende Getränke:

  • Bier, Wein, Most, Schnaps (nur als Genussmittel aufnehmen!)
  • Colagetränke und alle stark gesüßten Limonaden; die so genannten „Light-Getränke“ sind meist kalorienarm und können hingegen konsumiert werden

 

  • Sie müssen über den Tag verteilt gleichmäßig trinken und so viel Flüssigkeit aufnehmen, dass 2 – 2,5 l Harn ausgeschieden werden.
  • Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Tagesharnmenge, indem Sie den Harn über 24 Stunden in einer Flasche sammeln.
  • Kontrollieren Sie die Harnverdünnung durch Verwendung eines Urometers oder von Teststreifen.
  • Nehmen Sie keine alkoholischen Getränke in Ihr Trinkschema auf. Bier, Wein, Most, Schnaps sind Genussmittel!