Auch im Altertum...

Viele historische Funde bezeugen, dass die Menschen schon seit Jahrtausenden an Harnsteinen erkranken. So wurde in einem Grab bei El Amrah in Ägypten, das aus der Zeit um 4800 v. Chr. stammt, im Skelett eines jungen Mannes Blasensteine entdeckt. In einem späteren Grab, aus der Zeit um 4200 v. Chr., wurden vier Nierensteine gefunden. Weiterhin wurden in indischen Gräbern aus der Zeit um 3000 v. Chr. Harnsteine nachgewiesen. Operationen zur Entfernung von Blasensteinen sind wohl schon von den Indern etwa 1500 v. Chr. durchgeführt worden.

Kaisergrab
Kaisergrab im Bamberger Dom. Wundersame Steinoperation an Kaiser Heinrich II.

Wie wir wissen, litten auch verschiedene berühmte Persönlichkeiten an Harnsteinleiden. So musste Heinrich II. Im Jahre 1000 von Mönchen in Montecassino wegen eines Blasensteines operiert werden. Tilmann Riemenschneider stellte diese Operation am Kaisergrab im Bamberger Dom dar. Vom Harnsteinleiden betroffen waren auch Erasmus von Rotterdam (1466 – 1536). Michelangelo (1475 – 1564), Martin Luther (1483 – 1564), Papst Innozenz XI. (1611 – 1689) oder Napoleon Bonaparte (1769 – 1821).

Altersverteilung
Altersverteilung der Harnsteinpatienten in verschiedenen Kulturbereichen und Jahrhunderten (nach Prof. Asper, Zürich)

Auch Kinder wurden in früheren Jahrhunderten häufig von Blasensteinen befallen. Dies wird mit den ärmlichen Verhältnissen in Zusammenhang gebracht. Auch heute noch treten in Entwicklungsländern vielfach Blasensteine auf, wogegen wir in den industrialisierten Ländern vor allem Nierensteine als eine so genannte Wohlstandskrankheit finden.