Allgemeine Ursachen der Entstehung von Harnsteinen

Jede Harnsteinart entsteht aufgrund spezifischer Ursachen. Sind die Steine noch nicht aus dem Körper entfernt oder ist die Steinzusammensetzung aus anderen Gründen nicht bekannt, so ist die Feststellung dieser Ursachen von besonderer Bedeutung für eine weitere Behandlung.
Harnsteine bilden sich immer dann, wenn sich die im Harn befindlichen Bestandteile – überwiegend Salze – in der vorhandenen Harnflüssigkeit nicht mehr lösen können. Der Harn ist dann „übersättigt“ und kleine Kristalle setzen sich ab. Immer ist mindestens einer, meist aber sind mehrere der nachfolgend genannten Faktoren für eine solche Harnübersättigung verantwortlich.

Behinderung des Harnabflusses

Normalerweise fließt der in der Niere gebildete Harn gleichmäßig in den Harnleiter und die Blase ab. Liegen aber Veränderungen am ableitenden Harnsystem vor, die einen normalen Abtransport des Harns behindern, so wird der Harn an den entsprechenden Stellen stark konzentriert und es können sich Kristalle bilden. Diese Kristalle können der Beginn eines Steinwachstums sein.
Abflussbehinderungen sind angeboren oder entwickeln sich im Laufe der Zeit. In den Abbildungen sind einige angeborene und erworbene Veränderungen der Harnwege bildlich dargestellt. Sind die Veränderungen angeboren, so können sie Ursache einer immer wiederkehrenden Steinbildung sein. Vielfach muss der Harnabfluss durch eine Operation verbessert werden.
Dies ist auch bei Abflussbehinderungen der Fall, die sich längerfristig entwickeln, z.B. durch eine Vergrößerung der Prostata. Auch durch eine nervös bedingt unregelmäßige Entleerung der Blase können Abflussbehinderungen entstehen (neurogene Blasenentleerungsstörung z.B. bei Rückenmarksleiden, Nervenleiden oder Alkoholismus). Weitere mögliche Ursachen für eine Abflussbehinderung sind ein langes Krankenlager und bestimmte Formen der Körperbehinderung.