Auflösung von Harnsteinen

Leider ist nur ein kleiner Teil aller Harnsteine einer Auflösung zugänglich. Dieser Prozess, Litholyse genannt, ist bei 90% aller Steine nicht möglich; insbesondere gilt das für bei kalziumhaltige Steine. Am besten eignen sich Harnsäuresteine für eine Auflösung, deutlich schlechter lassen sich Zystin- und Struvinsteine auflösen.

Harnsäuresteine

Harnsäuresteine können meist durch die Einnahme von Medikamenten aufgelöst werden. Dies gelingt durch Verschiebung des Harns in den leicht basischen (alkalischen) Bereich, wobei der pH-Wert des Harns durch eines Zitratgemisches (z.B. Blemaren N) oder Natriumbikarbonat (NEPHROTRANS) angehoben wird. Die gleichzeitige Verdünnung des Harns ist äußerst wichtig. Des Weiteren wird durch Einnahme eines Allopurinol-Präparates die Harnsäurebildung im Körper vermindert.

Struvit- und Zystinsteine

Zystinsteine können in einzelnen Fällen mittels Medikamente aufgelöst werden. Dabei wird die Zystinausscheidung vermindert und der pH-wert des Harns in den alkalischen Bereich verschoben.

Die Auflösung von kleineren Struvit- und Zystinsteinen gelingt meist nur durch direkte Spülung. Hierbei wird eine Spüllösung über einen Katheter eingeführt. In seltenen Fällen ist auch bei einem Harnsäurestein eine Spülung notwendig, z.B. wenn eine massive Stauung durch den Stein vorliegt. Dann werden nämlich eingenommene Medikamente vorwiegend über die gesund Niere ausgeschieden. Spüllösungen für Harnsäure- und Zystinsteine müssen alkalisch sein, also einen pH-Wert von 7-8 aufweisen (z.B. Bikarbonat oder Trispuffer). Bei den im alkalischen Bereich entstehenden Struvitsteinen müssen saure Spüllösungen verwendet werden, die einen pH-Wert von 4-5 aufweisen (z.B. Suby G, Renadicin oder Mandelsäurezitratgemische). Steine, die aus Zystin und Struvit zusammengesetzt sind, dürfen nicht zu groß sein, da sonst die Auflösung zu lange Zeit in Anspruch nimmt. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass über den Katheter Bakterien in die Niere eindringen und sich eine massive Entzündung entwickelt.

  • Eine schnelle Auflösung durch Einnahme von Medikamenten gelingt fast nur bei Harnsäuresteinen.
  • Kleinere Zystin- und Struvitsteine können durch Spülungen über einen Katheter aufgelöst werden.
  • Bei längerer Spülung besteht die Gefahr, dass Bakterien in die Nieren eindringen.