Entfernung von Nierensteinen über einen Stichkanal

Nierensteine können auch mittels dünner Instrumente über einen Kanal entfernt werden. Hierbei wird zuerst eine Nadel in das Nierenbecken bzw. in den betroffenen Kelch unter örtlicher Betäubung eingestochen. Während der Einführung der Nadel erfolg entweder eine Röntgendurchleuchtung oder, wenn das Hohlsystem ausreichend erweitert ist, eine Ultraschallkontrolle. Durch die Nadel wird dann ein Draht eingeführt, die Nadel entfernt und über den Draht mittels Katheter der Kanal aufgedehnt. Ist der Kanal entsprechend geweitet, so wird ein Gerät zur Nierenspiegelung eingeführt (das Nephroskop) und der Stein begutachtet. Wenn er klein genug ist, kann er mit einer Fasszange heraus gezogen werden. Größere Steine, die nicht durch den Schaft des Gerätes hindurch gehen, müssen mittels Ultraschall zertrümmert werden; gleichzeitig sind die Bruchstücke abzusaugen. Bei manchen Steinen ist es auch notwendig, die oben erwähnte berührungsfreie Nierensteinzertrümmerung zusammen mit dieser instrumentellen Nierensteinentfernung einzusetzen.

Falls eine ESWL-Behandlung im oberen und unteren Harnleiterbereich nicht möglich ist, kann mit einem Ureteroskop (einem Gert zur Harnleiterspiegelung) direkt in den Harnleiter eingedrungen werden und der Stein unter Sicht entweder mittels Ultraschall, Laser oder elektrohydraulisch zertrümmert und die Bruchstücke entfernt werden. Bei der Ultraschallzertrümmerung kann nur mit starren Ureteroskopen gearbeitet werden. Bei der elektrohydraulischen und Laser-Lithotrypsie kann man auch mit flexiblen bzw. semirigiden Geräten arbeiten, die im Durchmesser kleiner sind (ungefähr 2-3 mm) und leichter in den Harnleiter eingeführt werden können.
Lasersonden haben einen Durchmesser von 1/3 bis ½ mm und gegenüber elektrohydraulischen Sonden den Vorteil, dass deine Schädigung der Harnleiterwand weniger leicht möglich ist. Im Anschluss an diese Maßnahmen wird für einige Tage ein innerer Harnleiterkatheter gelegt, um einen sicheren Harnabfluss zu gewährleisten.
Steine im unteren Harnleiterbereich können auch mit einer Schlinge herausgezogen werden.

Möglichkeiten zur Entfernung von Blasensteinen

Blasensteine entstehen beinahe ausnahmslos aufgrund eines Abflusshindernisses, das folglich ebenfalls beseitigt werden muss. Bei den Abflusshindernissen handelt es sich meist um eine Enge der Harnröhre oder aber um eine vergrößerte Vorsteherdrüse (Prostata), eventuell auch um eine Ausstülpung der Blase (ein Blasendivertikel).

In einer einzigen Operation den Stein zu entfernen und das Abflusshindernis zu beseitigen, ist nicht immer möglich. In Extremfällen, wie einer sehr großen Prostata und vielen Steinen, geht man am besten offen chirurgisch vor. Das heißt, dass die Blase wird aufgeschnitten wird und Steine und Prostata gleichzeitig entfernt werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Prostata über die Harnröhre, also transurethral, zu entfernen, indem sie mit einer elektrischen Schneideschlinge ausgeschält wird. Der Stein wird danach entweder mittels einer Zange zerkleinert und entfernt oder durch Ultraschall bzw. elektrohydraulische Wellen zertrümmert und anschließend abgesaugt.

  • Die Mehrzahl der Harnsteine können heute durch Stoßwellen zertrümmert oder durch einen Stichkanal entfernt werden. Nur etwa 5% der Steine müssen noch durch eine chirurgische Operation entfernt werden.
  • Bei gleichzeitigem Vorliegen eines Abflusshindernisses muss dieses bei der Operation ebenfalls beseitigt werden.