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Trinken ist Gesund

Verhütung der Neubildung und des Steinwachstums

Harnsäuresteine sind die einzigen Steine, die durch Medikamente im Körper aufgelöst werden können und deren Neubildung durch Umstellung der Ernährung sowie eventuell zusätzliche Einnahme von Medikamenten verhindert werden kann.

 

Harnverdünnung

Bei einem Säurewert des Harns von 6,5 – 6,8 ist eine tägliche Harnmenge von 1,5 – 2,0 Liter ausreichend. Es sollten bevorzugt Getränke aufgenommen werden, die den Säurewert des Harns anheben, also den Harn weniger sauer machen. Hierbei sind Säurewerte zwischen 6,5 und 6,8 anzustreben. Das Absinken des Wertes unter 6,2 muss konsequent vermieden werden. Durch Kontrolle des Säurewertes mit Teststreifen kann die Wirkung der Getränke und der Nahrung kontrolliert werden.

 

Unbeschränkt geeignete Getränke

zur Harnverdünnung eignen sich:

  • Quell- und Leitungswasser
  • Früchte- und Kräutertees
  • Harntees (es gibt eine Reihe von handelsüblichen Arzneitees die uneingeschränkt geeignet sind: z.B. Nierontee N, Solubitrat 200)
  • Mineralwässer mit hohem Bikarbongehalt und weniger als 250 mg Kalzium/l, sowie niedrigem Natriumgehalt
  • verdünnte Säfte von Zitrusfrüchten

 

Nur in geringen Mengen geeignete Getränke

1-2 Tassen bzw. 1-2 kleine Gläser pro Tag dürfen von folgenden Getränken aufgenommen werden:

  • Bohnenkaffee
  • Limonaden
  • Cola-Getränke
  • alkoholfreies Bier
  • konzentrierte Fruchtsäfte

 

Ungeeignete Getränke

Folgende Getränke sind nicht dazu geeignet,  eine ausreichende Harnverdünnung zu erzielen:

  • Bier, Wein, Schnaps, Most(nur als Genussmittel aufnehmen)
  • konzentrierte Fruchtsäfte
  • säuernde Getränke wie Johannisbeer- und Preiselbeersaft

 

  • Bei der Auswahl der Getränke ist stets deren Einfluss auf den Säurewert des Harns zu berücksichtigen.
  • Kontrollieren Sie den Säurewert des Harns regelmäßig mit Teststreifen, er sollte immer zwischen 6,5- 7,0 liegen!


Trinkschema für einen Tag bei Kalziumoxalatsteinen

Zur Harnverdünnung bei Kalziumoxalatsteinen sollte nach folgendem Trinkschema vorgegangen werden:

trinken
Immer die Trinkmenge kontrollieren

Uhrzeit Getränk Menge
06- 09 Uhr morgens

2 Gläser Mineralwasser, Leitungswasser oder 2 Gläser Saft

300 ml

  2 Tassen Kaffee oder Kräutertee 300 ml
10 – 11 Uhr 2 Tassen Harntee oder 2 Gläser verdünnten Saft (Orangen) 300 ml
12 – 14 Uhr mittags 2 Tassen Tee 300 ml
  2 Gläser verdünnten Saft  
15 – 22 Uhr nachmittags 3 Gläser Mineral- oder Leitungswasser oder 450 ml
  3 Gläser verdünnten Saft (Organgen)  
abends 2 Tassen Harntee 300 ml
    2250 ml

Ernährung

  • Bei Harnsäuresteinen ist das Einhalten einer kontrollierten Ernährung (Diät) von besonderer Bedeutung!!

Die Mehrzahl der an Harnsäuresteinen leidenden Patienten hat Übergewicht, so dass eine allmähliche Gewichtsregulierung auf Normalgewicht anzustreben ist. Fastenkuren sind hierfür jedoch ungeeignet, da sie infolge des Fettabbaus den Harnsäurespiegel im Blut und damit auch im Harn ansteigen lassen. Günstig dagegen ist eine Gewichtsabnahme unter ärtzlicher Aufsicht.

Da durch eine Reihe von Nahrungsmitteln der Harnsäurespiegel im Körper erheblich ansteigen kann, sollten diese nur in kleinen Mengen gegessen werden. Dazu gehören:

  • Innereien (Herz, Leber, Lunge, Hirn)
  • Fleischextrakte
  • Fisch (Hering, Sardinen)
  • Hummer, Krabben
  • Hülsenfrüchte, Pilze
  • große Fleischmengen

Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse ist für den Harnsäuresteinen leidenden Patienten allgemein zu empfehlen.

  • Versuchen Sie, Ihr Normalgewicht zu erreichen, wenn Sie an Harnsäuresteinen leiden!
  • Nehmen Sie wenig purinreiche Nahrungsmittel zu sich!

 

Medikamente

Arzneimittel dürfen Sie nur nach Anordnung und Überwachung durch Ihren Arzt einnehmen!Beachten Sie stets die Angaben auf dem Beipackzettel des Medikamentes.


 

Präparate zur Senkung der Harnsäurebildung im Körper:

Durch die Einnahme eines Medikamentes kann die Bildung der Harnsäure im Körper und dadurch ihre Ausscheidung im Harn vermindert werden. Verordnet werden:

Allopurinol- Präparate : z.B.

  • Dabroson
  • Remid 300
  • Zyloric

Äußerst seltene Nebenwirkung:

Hautallergie


 

Präparate zur Anhebung des Säurewerts im Harn (Alkalisierung)

Bei einer Anhebung des Säurewerts im Harn auf Werte zwischen 6,5 und 6,8 wird die Harnsäure gut löslich, so dass sogar große Harnsäuresteine aufgelöst werden können. Hierzu eigen sich alkalisierende Medikamente, wie z.B. Blemaren N, Uralyt U, Natriumbikarbonat (Nephrotrans) oder Lithurex. Hierbei wird die Dosierung vom Patienten selbstständig vorgenommen, indem er den Säurewert des Harns kontrolliert und auf eine Karte einträgt.

Zur Verhütung der Neubildung von Steinen ist ausreichend, wenn das Pulver jeweils an 10 Tagen im Monat, am besten vom ersten bis zum 10. Tag jeden Monats, eingenommen wird. Regelmäßige Harnkontrollen durch den Arzt sind notwendig, um eine Entzündung auszuschließen.


Mögliche Nebenwirkungen

Magen - Darmverträglichkeiten