Spezielle Abklärung

Bei Struvitsteinen steht immer die Abklärung der Entzündung und ihrer Ursachen an erster Stelle. Auch Entzündungsherde im Körper, die nicht unmittelbar mit den Nieren und den Harntrakt zu tun haben, kommen als Ursache in Frage.


Nachweise von Entzündungen im Harntrakt

Mit einfachen Labortest (Teststreifen) kann aus einer Harnprobe eine Entzündung im Harntrakt nachgewiesen werden. Durch eine spezielle Untersuchung werden anschließend die harnzerstezendenden Bakterien bestimmt, die für eine Entstehung von Struvitsteinen verantwortlich sind.

Hierzu wird eine Harnprobe auf ein für das Bakterienwachstum günstigen Nährboden gegeben und nach bestimmter Zeit überprüft, welche Bakterien sich besondern zahlreich vermehrt haben (MD-Dip-Test). Durch Anfertigung eines „Antibiotiogramms“ wird dann ausgetestet, welche Medikamente (Antibiotika) das Bakterienwachstum hemmen können. Der Säurewert des Harns liegt bei Entzündungen im alkalischen Bereich, d.h. über 7,0.


Abklärung von Ursachen der Entzündung im Harntrakt

Die Harnwege können so verändert sein, dass Entzündungen begünstigt werden. Deshalb sind Aufbau und Funktion der Harnorgane genau zu untersuchen. Angeborene oder im Laufe des Lebens entstandene Veränderungen, wie z.B. Doppelnieren, Hufeisennieren, erweiterte und veränderte Harnleiter oder eine vergrößerte Vorsteherdrüse, können ebenso eine Entzündung begünstigen wie eine Harnabflußbehinderung in der Niere oder eine Blasenentleerungsstörung.

Häufige Entzündungen im Harntrakt treten auch bei Zuckerkrankheit auf. Weitere Ursache kann eine regelmäßige Einnahme bestimmter (phenacetinhaltiger) Kopfschmerztabletten sein, die zur Nierenzerstörung führen.


Suche nach anderen Entzündungen

Auch andere Entzündungen im Körper können die Ursache für Entzündungen in den Nieren bzw. der Blase sein. Im Hinblick darauf sind Untersuchungen durch den Zahnarzt, den Hals- Nasen- Ohren- Arzt und den Frauenarzt nach anderen Entzündungsherden unerlässlich.