Steinuntersuchungen

Da die Behandlung des Harnsteinleidens sich jeweils nach der Harnsteinart richtet, ist es wichtig, jeden Stein ganz genau zu untersuchen und seine chemische Zusammensetzung zu bestimmen. Zur Untersuchung (Analyse) der Harnsteine stehen heute verschiedene Verfahren zur Verfügung, wobei darauf zu achten ist, dass nur solche angewendet werden, die exakte Ergebnisse liefern.

Chemische Analyse

Für die chemische Analyse wird der Harnstein aufgelöst und danach werden die einzelnen Ionen der Lösung nachgewiesen. Aus den so bestimmten Ionen wird auf die ursprüngliche Zusammensetzung des Harnsteins geschlossen. Diese Methode muss heute als überholt angesehen werden, da sie bis zu 50 % falsche Analysen liefert. Jeder Arzt und Patient sollte darauf achten, dass die Untersuchung eines Harnsteins stets mit der Methode der Röntgenbeugung oder mit Hilfe der Infrarotspektroskopie durchgeführt wird.

Röntgenbeugung

Mit der Röntgenbeugung kann eine exakte Harnsteinanalyse durchgeführt werden. Voraussetzung ist eine kristalline Struktur des Harnsteins. Für die Röntgenbeugung werden 10 – 20 mg Substanz benötigt, der Harnstein wird gepulvert und dann direkt untersucht.

Infrarotspektroskopische Harnsteinanalyse

Mit dieser Methode wird die chemische Struktur der Harnsteinsubstanz untersucht, dazu wird nur 1 mg Material benötigt.

Infrarotspektroskopie
Schematische Darstellung des Untersuchungsweges bei der infrarotspektroskopischen Harnsteinanalyse

Mit der infrarotspektroskopischen Harnsteinanalyse und der Röntgenbeugung ist heute ein exakte Bestimmung der Einzelbestandteile mit genauer Angabe ihrer prozentualen Anteile möglich.

Damit eine Analyse möglichst viele Informationen über die Bedingungen der Steinbildung und die im Stein vorkommenden chemischen Verbindungen bringt, sollte immer der ganze Harnstein dem Arzt zur Analyse abgegeben werden. Große Steine sind häufig aus mehreren Schichten aufgebaut, deswegen müssen Proben für die Analyse aus den verschiedenen Bereichen entnommen werden.
Die Analyse der Harnsteine mit der Infrarotspektroskopie oder der Röntgenbeugung ist nur mit Hilfe teurer Geräte möglich. Deshalb werden solche Analysen nur in dafür ausgestatteten Laboratorien durchgeführt. Der behandelnde Arzt wird den Harnstein zur Untersuchung dort einsenden.

  • Jeder Harnstein muss genau auf seine Zusammensetzung untersucht werden.
  • Die chemischen Methoden zur Steinanalyse sind sehr ungenau und sollten nicht mehr angewendet werden!
  • Die besten Methoden zur Steinuntersuchung sind Infrarotspektroskopie und Röntgenbeugung.
  • Wissen Sie, mit welcher Methode Ihr Harnstein analysiert wurde?